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Fanfarenzug „Die Crichinger“ e. V. Saarwellingen

 

Ein Verein, dessen Name und äußeres Erscheinungsbild an das geschichtliche Erbe seiner Heimatgemeinde anknüpft, fühlt sich in besonderer Weise der Pflege seiner Chronik verpflichtet.

Die Anfänge des Fanfarenzuges „Die Crichinger“ Saarwellingen reichen in den Spätherbst 1966 zurück. Nach einer Vorbesprechung am 16. November 1966 konstituierte sich der Verein am Sonntag, dem 27. November 1966, im Gasthaus „Zur Donau“. Die Gründungsmitglieder waren: Heinrich Vanselow +, Willi Schäfer, Theo Spaniol+, Dieter Paulus +, Karl Ludwig Puhl, Werner Markert+, Nikolaus Bauer +, Kurt Rabe, Norbert Schaum, Werner Jungmann, Bernd Massing und Ewald Augustin+.
Auf Vorschlag des bei der Gründungsversammlung anwesenden damaligen Präsidenten des Heimat- und Verkehrsvereins Saarwellingen, Nikolaus Finster, erhielt der Fanfarenzug den Namen „Die Crichinger“. Mit der Entscheidung für den Namen jener aus dem benachbarten Lothringen hervorgegangenen Dynastie, der Saarwellingen über viele Jahrhunderte angehörte, bekundete der Verein einerseits seine Verbundenheit mit der Heimatgemeinde, übernahm andererseits aber auch die Verpflichtung sowohl zur Pflege heimischen Brauchtums und Kulturgutes als auch zur Herstellung und Unterhaltung herzlicher Verbindungen über die Landesgrenze hinweg zum benachbarten Frankreich.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Willy Schäfer gewählt. Er behielt dieses Amt inne bis 1980 Josef Groß den Verein bis 1997 übernahm, ihm folgten Werner Besse und seit 2001 Thomas Barbian. 
Erster musikalischer Leiter wurde Josef Eisenbarth. Im März 1967 übernahm Willi Schäfer neben dem Vorsitz auch die musikalische Führung des Vereins. Im Oktober 1975 folgte ihm Erich Britz, der dann 1979 Bernd Klein die Stabführung übertrug. Im Jahre 1993 wurden Zugführung und musikalische Leitung getrennt. Johannes Grün übernahm die musikalische Leitung, Bernd Klein hat weiterhin die Zugführung.

 

 

Die Pflege der Fanfarenmusik wurde in §2 der Satzung als vordringliche Aufgabe des Vereins festgelegt. Um dieser Verpflichtung gerecht zu werden, mussten zunächst die Grundlagen der Vereinsarbeit geschaffen werden. Neben der Werbung von Mitgliedern waren dies der Kauf von Instrumenten und Uniformen. Fleißig war der Besuch der Proben. So konnte der Verein bereits nach elf Monaten zum erstenmal in der Öffentlichkeit auftreten. 
Durch seine Mitwirkung am traditionellen Erntedankzug am 19. Oktober 1967 im Saarwellinger Ortsteil Schwarzenholz brachte er zum Ausdruck, wie ernst er es nahm mit der Erfüllung der Pflicht zur Wahrung der heimischen Tradition.

 

Zum erstenmal in ihrer schmucken Musketieruniform traten die „Crichinger“ bei einer weiteren traditionellen Veranstaltung auf, nämlich beim Rosenmontagsumzug am 5. Februar 1968 in Saarwellingen. Unter Mitwirkung der Fanfarenzüge aus Grossrosseln und Eschringen erfolgte die Fahnen- und Standartenweihe am 28. Juli 1968, wobei der Fanfarenzug „Die Hesebacher“ Saarwellingen die Patenschaft übernahm.

 

In mühevoller Kleinarbeit und durch fleißigen Probenbesuch erweiterte das Fanfarencorps sein musikalisches Repertoire. Begonnen wurde mit der klassischen Fanfarenmusik, die nur mit Naturfanfaren geblasen wird. Nach etwa 10 Jahren kamen weitere Musikstücke wie Volkslieder und moderne Schlagermelodien hinzu, bevor man sich schließlich sogar an feierliche Musik wie Choräle zur Gestaltung von Messen und Festveranstaltungen wagte. 
Mit dem musikalischen Programm vergrößerte sich auch der Aktionsradius. Beschränkte sich der Verein in den ersten Jahren auf den eigenen Ort und die nähere Umgebung, so folgten bald auch Auftritte im ganzen Saarland, in den anderen Bundesländern und schließlich sogar im Ausland, wobei dem Nachbarland 


Frankreich bis heute eine Vorrangstellung zukommt. Im lothringischen Creutzwald erfolgte am 17. März 1969 dann auch der erste Auftritt im Ausland. Später folgte dann die Teilnahme an Umzügen in Nancy, Nizza, Dünkirchen, Dieppe, Calaix, Dax, Biarritz und schließlich sogar in der Hauptstadt Paris. Enge Kontakte geknüpft wurden mit Pont de l’arche in der Normandie. Insgesamt fünfmal fuhren die 
Saarwellinger seit 1978 dorthin, um das St. Annen-Fest mitzugestalten. Auch bei zwei Gegenbesuchen der Franzosen, die sogar von ihrem Gemeinde-Beigeordneten begleitet wurden, drückte sich die enge Verbundenheit aus. Mehrere Male weilte der Verein auch in Belgien.
Ganz besonders stolz sind die Crichinger auf die Einladung der Stadt Lens, am 26. und 27. Juni 1998 zur Fußball-WM. Sie gestalteten das Rahmenprogramm des Spieles Deutschland-Jugoslawien.

Der Fanfarenzug beschränkte sich aber nicht nur auf die Gestaltung von Umzügen, sondern wirkte auch bei Fernseh- und Rundfunksendungen mit. Unvergessen sind die Teilnahme an der ZDF-Sendung „Fahrt ins Blaue“ mit Maria Helbig im Mai 1978 und die Übertragung einer Matinee anlässlich des 20jährigen Jubiläums am Sonntag, dem 18. Mai 1986, in der SR-Sendung „Rendezvous der Saarlandwelle“.

Bei allen Bemühungen zur Steigerung der musikalischen Leistungen stand jedoch die Pflege der Kameradschaft im Vordergrund. Sie bildet die entscheidende Grundlage für das gedeihliche Wachstum eines Vereins. So organisierten Vorstand und Mitglieder im Laufe der Jahre eine Reihe von Veranstaltungen, die vor allem dem Zusammenhalt des Vereins zu dienen bestimmt sind. Zu nennen sind die jährlichen Familienabende, deren Programm – wie dies früher in Saarwellingen allgemein üblich war – von den Mitgliedern mit musikalischen Beiträgen, Theaterstücken und einer Tombola zur großen Freude der Besucher selbst gestaltet wird. Dem geselligen Beisammensein dienen darüber hinaus regelmäßig in jedem Jahr das Heringsessen am Aschermittwoch, die mit einem vielseitigen Programm verbundene Wanderung am 1. Mai, über mehrere Jahr das Zeltlager für die Jugend im Sommer, die Weihnachtsfeier im Dezember sowie die chormusikalische Gestaltung der Hochzeitsmesse bei der Eheschließung von Mitglieder.
Um ein kameradschaftliches Verhältnis bemüht sich der Fanfarenzug „Die Crichinger“ auch zu den anderen Vereinen der Gemeinde Saarwellingen und darüber hinaus zu den Vereinen aus anderen Orten, wobei insbesondere die Pflege der am 27. Mai 1990 übernommenen Patenschaft über den Fanfarenzug Köllerbach hervorzuheben ist. 
Nach einer Initiative des Präsidenten des Heimat- und Verkehrsvereines, Werner Zender, brachte der Fanfarenzug in der Adventszeit der 80er Jahre den Bewohnern des Altenheimes Schwalbach ein Ständchen dar. 
Selbstverständlich ist für den Verein die Mitwirkung bei Veranstaltungen der Gemeinde Saarwellingen und des Heimat- und Verkehrsvereines Saarwellingen. Zu nennen sind insbesondere die karnevalistischen Veranstaltungen, das Schlossfest, der St. Martinsumzug und der Weihnachtsmarkt.
Mit seinem Namen kam der Fanfarenzug in besonderer Weise zur Geltung durch seine Mitarbeit am gemeinsam mit dem Heimat- und Verkehrsverein sowie dem Schützenverein betriebenen Stand „Hochgräflich-Wied-Runkel und Crichingisches Amt“ am Historischen Markttag am 18. Juni 1990 auf dem Schlossplatz in Saarwellingen.
Eine ehrenvolle Aufgabe stellte für die Bläser des Vereins die Mitwirkung an der Feierstunde der Gemeinde Saarwellingen zum Volkstrauertag am Sonntag, dem 18. November 1990, dar. Bei dieser Gedenkstunde reichten sich 50 Jahre nach dem unseligen Frankreich-Feldzug die ehemaligen deutschen Soldaten der 93. Infanterie-Division, die seinerzeit in Saarwellingen stationiert waren, und die ehemaligen französischen Soldaten von Ralliement 69 auf dem Ehrenfriedhof in Saarwellingen brüderlich die Hände, um die Erfüllung des Auftrages dieses Tages „Versöhnung über den Gräbern“ in symbolischer Weise zum Ausdruck
bringen. Mit seinem Namen erinnerte der Fanfarenzug daran, dass seit Jahrhunderten zwischen den Menschen diesseits und jenseits der Grenzen enge Beziehungen bestanden hatten, die durch einen übersteigerten Nationalismus unterbrochen wurden. Durch seine Beteiligung konnte der Fanfarenzug 
„Die Crichinger“ einen Beitrag dazu leisten, dass diese denkwürdige Veranstaltung bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. 


Neue Kraft schöpfte der Verein in der Vergangenheit immer wieder bei seinen Jubiläumsveranstaltungen. Der Feier zum 10jährigen Bestehen am 13. Juni 1976 folgten Zeltveranstaltungen zum 15jährigen Bestehen vom 5. bis 7. Juni 1981, zum 20jährigen Bestehen vom 17. bis 19. Mai 1986 und zum 25jährigen Jubiläum vom 18. bis 20. Mai 1991. Am 26. und 27. Juni 1993 wurde der Römerpark in Saarwellingen mit dem 1. Parkfest wieder zum Leben erweckt. Seit 2009 kann dieses Fest aus Kostengründen nicht mehr durchgeführt werden.

Im Jahre 1994 wurde eine Showtanzgruppe gegründet, die bereits im Februar 1995 in einer kleinen Feierstunde vor der Bäckerei Alfred Ruthardt der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. 

Langjährige Bemühungen Räumlichkeiten zur alleinigen Nutzung von der Gemeinde zu erhalten, haben in einem Gespräch mit unserem Bürgermeister, Herr Werner Geibel, am 23. April 2002 Früchte getragen. In diesem Gespräch schlug uns Herr Geibel vor, das Anwesen in der Engelstraße 9 käuflich zu erwerben. Nach reiflicher Überlegung hat der amtierende Vorstand diesem Angebot in einer Sitzung vom 21. Mai 2002 einstimmig zugestimmt. In Eigenregie der Mitglieder wurde dieses Haus zum Vereinshaus der Crichinger renoviert und umgebaut. Das Versprechen gegenüber Herrn Geibel, die Einweihung in seiner Amtszeit durchzuführen (sie endet am 31. Dez. 2003), wurde am 21. Dez. 2003, wenn auch nicht alle Arbeiten abgeschlossen waren, eingelöst. Am 25. April 2004 konnte das Haus der Öffentlichkeit, im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntages der IMAGE, vorgestellt werden. 

Wenn Vorstand und Mitglieder sich ihrem Verein im gleichen Geist und mit dem gleichen Engagement wie bisher widmen, dann wird der Fanfarenzug „Die Crichinger“ Saarwellingen als stolzer Träger eines ihn mit der Heimatgemeinde verbindenden Namens die ihm zufallenden Aufgaben auch in Zukunft erfüllen können.

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